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Cäsar


Buch 1

Bellum Gallicum 1,44


Latein


[44] Ariovistus ad postulata Caesaris pauca respondit, de suis virtutibus multa praedicavit: transisse Rhenum sese non sua sponte, sed rogatum et arcessitum a Gallis; non sine magna spe magnisque praemiis domum propinquosque reliquisse; sedes habere in Gallia ab ipsis concessas, obsides ipsorum voluntate datos; stipendium capere iure belli, quod victores victis imponere consuerint. Non sese Gallis sed Gallos sibi bellum intulisse: omnes Galliae civitates ad se oppugnandum venisse ac contra se castra habuisse; eas omnes copias a se uno proelio pulsas ac superatas esse. Si iterum experiri velint, se iterum paratum esse decertare; si pace uti velint, iniquum esse de stipendio recusare, quod sua voluntate ad id tempus pependerint. Amicitiam populi Romani sibi ornamento et praesidio, non detrimento esse oportere, atque se hac spe petisse. Si per populum Romanum stipendium remittatur et dediticii subtrahantur, non minus libenter sese recusaturum populi Romani amicitiam quam adpetierit. Quod multitudinem Germanorum in Galliam traducat, id se sui muniendi, non Galliae oppugnandae causa facere; eius rei testimonium esse quod nisi rogatus non venerit et quod bellum non intulerit sed defenderit. Se prius in Galliam venisse quam populum Romanum. Numquam ante hoc tempus exercitum populi Romani Galliae provinciae finibus egressum. Quid sibi vellet? Cur in suas possessiones veniret? Provinciam suam hanc esse Galliam, sicut illam nostram. Ut ipsi concedi non oporteret, si in nostros fines impetum faceret, sic item nos esse iniquos, quod in suo iure se interpellaremus. Quod fratres a senatu Haeduos appellatos diceret, non se tam barbarum neque tam imperitum esse rerum ut non sciret neque bello Allobrogum proximo Haeduos Romanis auxilium tulisse neque ipsos in iis contentionibus quas Haedui secum et cum Sequanis habuissent auxilio populi Romani usos esse. Debere se suspicari simulata Caesarem amicitia, quod exercitum in Gallia habeat, sui opprimendi causa habere. Qui nisi decedat atque exercitum deducat ex his regionibus, sese illum non pro amico sed pro hoste habiturum. Quod si eum interfecerit, multis sese nobilibus principibusque populi Romani gratum esse facturum (id se ab ipsis per eorum nuntios compertum habere), quorum omnium gratiam atque amicitiam eius morte redimere posset. Quod si decessisset et liberam possessionem Galliae sibi tradidisset, magno se illum praemio remuneraturum et quaecumque bella geri vellet sine ullo eius labore et periculo confecturum.

Übersetzung


44. Ariovist antwortete auf die Forderungen Cäsars weniges, aber von seinen eigenen Heldentaten machte er viel Aufhebens: Er sei über den Rhein gegangen, nicht freiwillig, sondern von den Galliern gerufen und herbeigeholt; er habe nicht ohne große Hoffnung und große Belohnungen seine Heimat und seine Verwandten verlassen; er habe in Gallien Wohnsitze, welche ihm von ihnen selbst zugestanden worden seien, die Geiseln seien mit der Zustimmung von ihnen selbst gestellt worden; er erhebe die Steuer nach dem Kriegsrecht, die die Sieger den Besiegten aufzuerlegen pflegten. Nicht er habe die Galliern, sondern die Gallier hätten ihn angegriffen; alle Stämme Galliens seien gekommen, um ihn zu bekämpfen, und hätten gegen ihn im Felde gestanden; alle diese Truppen seien von ihm in einem einzigen Treffen geschlagen und überwunden worden. Wenn sie es wiederum versuchen wollten, sei er wiederum bereit, um die Entscheidung zu kämpfen; wenn sie Frieden haben wollten, sei es ungerecht, die Steuer zu verweigern, welche sie bisher aus freien Stücken gezahlt hätten. Es sei notwendig, dass die Freundschaft des römischen Volkes für ihn Auszeichnung und Schutz bedeute, nicht Schaden, und nur in dieser Erwartung habe er das angestrebt. Wenn durch das römische Volk der Tribut erlassen würde und die Untertanen entzogen würden, dann würde er nicht weniger gern die Freundschaft mit dem römischen Volk ablehnen, als er sie angestrebt habe. Dass er eine Masse an Germanen nach Gallien hinüberführe, mache er aus dem Grund, um die Seinen zu schützen, nicht um Gallien zu bekämpfen. Der Beweis dieser Sache sei, dass er ungefragt nicht gekommen wäre und dass er nicht angegriffen, sondern sich verteidigt habe. Er sei eher nach Gallien gekommen als das römische Volk. Niemals vor diesem Zeitpunkt sei ein Heer des römischen Volkes über das Gebiet der Provinz Gallien hinausmarschiert. Was wolle er eigentlich von ihm? Warum komme er in seine Besitztümer? Dieses Gallien sei seine Provinz genau wie jenes die unsrige. Wie es ihm selbst nicht gestattet werden dürfe, wenn er unser Gebiet angreife, so sei es ebenso von uns unbillig, dass wir ihn in seinem Recht behinderten. Wenn er sage, dass die Häduer vom Senat Brüder genannt worden seien, sei er nicht so ungebildet und der Vorgänge so unwissend, dass er nicht wüsste, dass die Häduer weder im letzten Krieg gegen die Allobroger den Römern geholfen hätten noch selbst in diesen Kämpfen, welche die Häduer mit ihm und den Sequanern gehabt hätten, sich der Hilfe des römischen Volkes bedient hätten. Er müsse vermuten, dass Cäsar, weil er ein Heer in Gallien habe, dieses aufgrund erheuchelter Freundschaft habe, um ihn zu überfallen. Wenn er nicht weiche und sein Heer aus diesen Gebieten nicht wegführe, werde er jenen nicht als Freund, sondern als Feind betrachten. Wenn er ihn töte, werde er für viele Adlige und wichtige Männer des römischen Volkes willkommen sein (das habe er von ihnen selbst durch ihre Boten erfahren), und er könne sich ihren Dank und ihre Freundschaft mit seinem Tod erkaufen. Wenn er nun abzöge und ihm den freien Besitz Galliens übergeben würde, werde er jenen mit großem Lohn beschenken, und welche Kriege auch immer er geführt haben wolle, werde er ohne Mühe und Gefahr für ihn zum Abschluss bringen.

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